Wir trafen uns nach einem Jahr wieder
Offenbar erinnerst du dich noch daran,
Wie sehr wir uns nachts sehnten,
Wenn wir voneinander getrennt waren.
Du hast lange am Bahnhof auf mich gewartet,
Sagtest, du w;rdest fast den Verstand verlieren,
Und riefst abends immer wieder an,
Obwohl ich dich kaum verstehen konnte.
Damals verstand ich noch schlecht
Die deutsche Sprache, sprach nur wenig.
Doch ich schrieb f;r dich Gedichte,
Dass du irgendwie nicht richtig lebst.
Und auf deine Frage antwortete ich:
Ob ich mich mit dir treffen wolle?
Ich warte auf einen Menschen,
Der mich genau so lieben w;rde…
„Oh, da wirst du lange warten m;ssen“, —
Lachtest du mir offen ins Gesicht.
Ich glaube dir kein bisschen,
Dass zuhause niemand auf dich wartet.
Du h;rst einfach nicht, wie dein Herz
Sich in dir nach Z;rtlichkeit verzehrt.
Wahrhaft zu lieben erlaubt dir nicht
Der egoistische Junggesellenstolz in deiner Seele.
1998
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