Mensch, blick zur ck!

         Wir traten durch das Tor des einundzwanzigsten
         Jahrhunderts,
         Doch verga;en, die Fenster der Vergangenheit zu schlie;en
         Und die T;r, getr;nkt von Blut und Schwei;.
         Niemand m;chte sich noch einmal umdrehen.
         Was kriecht dort hinter uns her?
         Was zieht neben uns vorbei?
         Nationale Feindschaften, mit Blut ;bergossen,
         Der allgemeine Hass auf fremde V;lker
         Und der Neid des Nachbarn auf den anderen Nachbarn.
         Was tragen wir in unseren H;nden?
         Womit sind unsere Taschen gef;llt?
         Sind es nicht Drogen? Sind es nicht Spritzen wie Magnete?
         Irgendwo ging eine Mutter in der Menge verloren… egal!
         Aus ihr wurde l;ngst alles herausgepresst —
         das wei; doch jeder.
         Und Kinder wurden irgendwo geboren — irgendwie.
         Egal! Hauptsache, man selbst bleibt auf den Beinen.
         Sich selbst halten, nicht mit dem Gesicht
         im Schmutz landen.
         Im Kopf statt eines Gehirns —
         nur elektronische Verbindungen.
         Synthetisches Blut flie;t durch unsere Herzen,
         Unser teflonbeschichteter Magen kaut sich wund.
         Die Muskeln unseres K;rpers sind mit Silikon gef;llt,
         Und unsere Augen vom Laser ausgebrannt.
         Wir wurden zu Perversen, wir stehlen und trinken.
         Wir wurden zu Prostituierten und verkaufen uns selbst.
         Wir rauchen Haschisch und schlagen uns
         die Gesichter blutig —
         Und seltsamerweise sind wir auch noch stolz darauf.
         Weine nicht, Mutter Erde! Wisch deine Tr;nen fort, Vater!
         Der Anfang ist vergessen — das Ende r;ckt n;her.
         Wir stehen auf dem Gipfel einer gef;hrlichen Klippe:
         Hinter uns kein Weg zur;ck, vor uns kein Ausweg.
         Wenn wir uns hinabst;rzen — w;re der Preis zu gro;
         F;r die vergiftete Luft, die einst rein gewesen war?
         F;r die gesch;ndete Erde, die kaum noch atmet?
         Und all dieser Gewalt scheint kein Ende gesetzt.
         Hilf uns, einundzwanzigstes Jahrhundert,
         neu geboren zu werden.
         Wieder als Familie in einem gro;en, warmen Hof zu leben.
         Morgens den Tau auf der Wiese zum Waschen zu nutzen
         Und barfu; ;ber gr;nes Gras zu laufen.
                2003


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