Der traurige Papagei
so beleidigt und allein,
sitzt eng an die Wand gedr;ckt
und schaut in eine andere Welt hinein.
Hier im K;fig, au;er einer Schale
mit abgestandenem, tr;bem Wasser
und ein paar L;ffeln Brei
gibt es nichts — nur Ruhe, nur das.
„Ich will hinaus in die Freiheit,
will unter den Himmel fliegen,
mit Schmerz meine zerknitterten Fl;gel
wieder weit ausbreiten.
Ich will ;ber die Welt schweben,
;ber die warme Erde,
mich mit frischem Wasser trinken
und mich im Licht erfrischen.
Dort finde ich eine Gef;hrtin,
die meiner Mutter gleicht,
und wir werden einander lieben
und uns im Leben helfen.
Wir bauen ein Nest auf einem Ast,
weit weg von allen Feinden,
und warten voller Hoffnung
auf das Entstehen unserer K;ken.
Und unsere Kinder werden weinen,
kleine W;rmer verschlucken,
und mit den Fl;geln schlagen,
bereit f;r ihren ersten Flug…“
Der bunte Papagei auf dem Ast
st;;t kraftlos gegen die T;r,
vom eisernen Gitter umschlossen,
zuckt er wie ein wildes Tier.
Er f;llt auf den nassen Boden,
schlie;t langsam seine Augen:
„Qu;lt mich nicht, ihr Menschen…
im K;fig zu leben ist die H;lle.“
1990
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