Jenseits des Universums. 2. Chor der Engel

Auf den Schwingen des Kosmos, jenseits dieses Universums, sind die Seelen der Welt hervorgetreten, um von meiner Liebe zu singen; mit begnadetem Blick schauen sie aus der Ferne herab, doch auf jeder Stirn ruht eine Dornenkrone. Unzaehlige Leiden sind vorгуbergezogen – ein Meer, ein Ozean von Engeln steht in Reih und Glied. Grosse Kraft liegt in ihren Schwingen; sie haben ausgeharrt, ihre Gedanken wandelnd im Tau der Liebe, erwartungsvoll im Hinblick auf Glueck und guetige Seelen, bereit, bei einem einzigen Tropfen Blut zu schwoeren – fuer immer –, eine geliebte Seele in Zeiten der Not zu beschuetzen (Ein Mensch, jubelnd, trampelt durch die Not, ein Papierbuendel umklammernd – in der Hoffnung, es auszupacken und durch Glauben eine aus dem Meer geborene Perlmutt zu finden oder vielleicht einen Kiesel gegen einen Diamanten zu tauschen; die Hauptsache ist, ein Spiegelbild seiner selbst zu finden; mit einer Katze zu ringen, den Phoenix zu jagen, einer namenlosen Jungfrau nachzujagen – denn sie hat keinen Namen; entscheidend ist, wo die Waage kippt: dort versiegelt Ton den Deckel – das Ende des Lebens; „…Malz, so scheint es, ist jung und vergiesst Glauben ;ber den Rand…“ – die Kunde geht durch das Universum: „Diese Jungfrau geh;rt niemandem. Wie kann man ungeschuetzt auf Erden wandeln, geliebte Menschen verlieren und sie doch nie begraben?“)
Dem Engel der Erde wurden die Fluegel zurueckgegeben, und Tueren oeffneten sich zu neuen Pfaden …
Die Macht des Wissens sollte zur Vision des Schoepfers werden. Schmelzwasser hatte den Meisterschluessel aufgeloest. Entgegen Gottes Willen hatten unmenschliche Wesen ein verwaiste Jungfrau auf ihrer Reise im Stich gelassen. Doch selbst im Sterben liegend erreichte sie die Tuer; die Tore oeffneten sich und enthuellten ein dahinterliegendes Portal. Ein Engel von strahlend weisser Kraft – hoch ueber ihr aufragend – fuehrte die Jungfrau an der Hand den Pfad entlang. Sie stiegen die Stufen empor – einen gewoelbten Regenbogen –, waehrend unter ihnen das Schmelzwasser funkelte. Sie betraten das Wasser, legten den halben Weg zurueck, kehrten dann um und gingen den Weg wieder zurueck. Beim Betrachten der in Stein gehauenen goettlichen Gestalten und dem Studium der Karten erwachte die Jungfrau zu neuem Leben – intensiver als je zuvor. Der Engel sprach zu ihr: „Teile mit der Menschheit den Geist, der im Teig wohnt.“
Sind Engel im Himmel, doch unter den Menschen abwesend?

Wer wuerde sie inmitten solch grenzenlosen Leids erkennen?

Alle sind unersaettlich und erwarten ein Wunder. Fuer jede Suende stand ein Henker. Er fuehrte sie zur Treppe. Die Jungfrau stieg hinab und erwachte auf einem Feld … wie wieder zum Leben erweckt.
War ich einst eine Wildkatze? Oder ein Vogel des Gluecks im Fruehlingswasser? Aufsteigend wie Tau zum Himmel, fallend wie Regen zur Erde, getragen von den Winden des Glaubens im Leben der Liebe – in einem Traum …
Und so erwachte sie; sie sucht eine Antwort auf die Frage und findet ihren besten Schutz im Gebet.
– Betet.
– Wir beten.
- Die Zeit befreit die Raupe aus ihrer Puppe und verleiht ihr Fluegel.
Sie wurde zum Schmetterling und fand Blumen; sie bestaeubte aufs Neue – Leben, den Nektar der Liebe.
Die Armen sind nicht arm, wenn das Licht der Seele die Traeume mit einem Gefuehl der Erleuchtung erfuellt. Und Gedanken wurden neu geboren, grenzenlos; Wissen verbreitete sich – die Nahrung der Engel; ewige Seelen kosteten es auf Erden und tranken es im Tau des Himmels, ueberall.

Ein Engelschor (Musik um 800 % verlangsamt)
https://www.youtube.com/watch?v=hOVdjxtnsH8

Uebersetzung aus dem russischen: За вселенной. 2. Хор ангелов
http://proza.ru/2026/07/24/997
Uebersetzung ins Deutsche: Jenseits des Universums.1. Engelschor
http://proza.ru/2023/11/07/1575

Auf russisch: Jenseits des Universums. 1. Engelschor
http://proza.ru/2023/11/07/1553
Auf russisch: Jenseits des Universums. 2. Engelschor
http://proza.ru/2026/07/24/997


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