Der knopf пуговица

Irakli KHOJASHVILI
K;ln
DER KNOPF
     W;hrend er das Formular ausf;llte, merkte er, wie die
Rezeptionsfrau des Hotels ihn mehrmals anschaute. Er war zwar
nicht ;berm;;ig schick gekleidet, daf;r aber ordentlich genug.
     Sein Hemd und ebenso die Hose waren geb;gelt, seine
Schuhe waren geputzt, er war ordentlich rasiert, ohne Schnitte,
und benutzte ein gutes, aber dezentes Parf;m. W;hrend er
seinen Pass und seine Reisebescheinigung herausholte, hat die
Frau nur einmal einen allgemeinen Blick auf ihn geworfen,
dann eher im Vorbeigehen, auf sein Gesicht geschaut und ;fter,
zwar fl;chtig, aber sorgf;ltig auf etwas auf seiner Brust.
     Es war klar, dass etwas st;rte sie. Schlie;lich fasste sie
einen Entschluss und wandte sich an ihn: "Entschuldigen Sie,
aber Ihr Knopf f;llt gleich ab."
     Er sah sie unverst;ndlich an. Dann zeigte sie mit ihrem
Finger auf sich selbst: "Genau hier auf Ihrem Hemd... der
oberste."
     Automatisch griff er sich an die Brust und pr;fte, ob sein
Hemd zugekn;pft war, und schaute sich die Frau dabei genauer
an.
     Die Stelle auf ihrer Brust, auf die sie mit ihrem Finger mit
farblosem, sauber manik;rtem Fingernagel zeigte, war recht
attraktiv, aber er versuchte, sie nicht anzusehen, und bemerkte
nur f;r sich, dass die Frau keine Ketten oder Ohrringe trug,
nicht einmal ein wenig Lippenstift. Ihr Gesicht war schlicht,
h;bsch, und sie hatte eine gute Figur.
     "Sie muss nicht ;lter als vierzig sein", dachte er.
     Er tastete nach einem Knopf, der an einem Faden hing,
und fragte verwirrt in die Luft:
– Oh je, und was nun soll ich jetzt machen?
– Bevor er abrei;t und verloren geht, schneiden Sie ihn am
besten ab. Danach n;ht Ihre Frau ihn wieder an.
– Ehefrau?–, grinste er. – Die Ehefrau h;tte es bemerkt und mir
ein anderes Hemd gegeben. Am besten werde ich mir ein neues
kaufen m;ssen, um es zu ersetzen - ich muss von hier aus noch
nach N. fahren. K;nnen Sie mir vielleicht bitte sagen, wo hier
ein Kaufhaus gibt?
– Ja, nat;rlich sage ich Ihnen das! Machen Sie es sich erst
einmal in Ihrem Zimmer bequem. Und schneiden Sie in der
Zwischenzeit den Faden ab, sonst wenn Sie den Knopf
abrei;en, besch;digen Sie Ihr Hemd.
     Und sie reichte ihm eine Schere.
     Er nahm sie so ungeschickt in die Hand, dass er sich fast
in den Hals gestochen h;tte.
     Sie l;chelte (und entbl;;te dabei leicht ihre sch;nen
Z;hne), schnitt geschickt den Faden ab, legte den Knopf neben
ihn und sagte: "Verstecken Sie ihn vorerst."
     Nachdem er das Formular ausgef;llt hatte, ;bergab er es
der Angestellten. Dabei erwischte er den Knopf mit seinem
;rmel, der gleich auf den Boden fiel und sofort wegrollte.
     In der Lobby befanden sich noch andere Leute, und um
den Fl;chtigen nicht unter ihren F;;en zu suchen, machte er
eine Abschiedswelle mit der Hand.
     Nahm seinen "Gesch;ftsreisekoffer“, nahm die Schl;ssel
von der h;bschen Rezeptionsfrau und ging auf sein Zimmer.
     Er wechselte sein Hemd und ging seiner Arbeit nach.
     Als er fr;h genug ins Hotel zur;ckkehrte und die
Rezeptionistin nach dem Zimmerschl;ssel fragte, teilte sie ihm
erfreut mit, dass sie seinen Knopf gefunden habe.
     "Was ist mit dem Kaufhaus?"– erinnerte er sie.
     Die Rezeptionistin antwortete l;chelnd, es sei f;r sie auf
dem Heimweg, und da sie in einer halben Stunde Feierabend
macht, w;rde sie ihn einfach zum Einkaufszentrum begleiten.

     Nat;rlich bat er sie, ihm bei der Auswahl eines Hemdes
zu helfen, und dann lud er sie selbstverst;ndlich zum Essen ein,
da er den ganzen Tag noch nichts gegessen hatte. Sie lehnte es
grunds;tzlich ab, in ein Restaurant oder Caf; zu gehen, sondern
lud ihn zu sich nach Hause ein, wo sie ihm ein k;stliches
selbstgekochtes Essen servierte.
     Ihre Tochter studierte in einer anderen Stadt, und so hatte
er an diesen drei Tagen der Gesch;ftsreise eine tolle Zeit
verbracht.
     Nat;rlich n;hte sie ihm den Knopf an das wie er ihr sagte,
G;ckshemd.
     Am Morgen des Abreisetages, nachdem sie ihn zum
Abschied gek;sst, ihm ein paar Brote f;r die Reise eingepackt
hatte und zur Arbeit ging, hatte er noch ein paar Stunden Zeit,
bevor der Zug nach N. abfuhr.
     Seine Hose und sein Hemd waren bereits von ihr geb;gelt
worden. Er polierte seine Schuhe mit dem Samt, den er in einem
speziellen "Schuhbeutel“ hatte.
     Er packte die Sachen in seinen Koffer, holte ein
Rasiermesser aus der Tasche, schnitt den angen;hten Knopf
vorsichtig ab, w;hlte eine passende Farbe aus einem Fadensatz
und n;hte ihn in aller Ruhe mit Hilfe der L;cher, die er bereits
im Hemd hatte, wieder an, so dass er locker, aber sicher an den
F;den hing.
     Er zog seine " Dienstreisen Kampfuniform" an, holte die
angetrunkene Flasche Champagne aus dem K;hlschrank und
trank darauf, dass es in diesem Land keinen Mangel an nicht
unbedingt ewig jungen und einsamen, daf;r aber nicht
verw;hnten und gutherzigen Frauen gibt. Auf die Art von
Frauen, denen beim Anblick eines gutaussehenden, leicht
zerstreuten Mannes mit einem leichten Grauschleier an den
Schl;fen so eine Kleinigkeit wie der oberste Hemdknopf, der an
einem Faden baumelt, nicht entgeht.
     Nachdem er das Glas ausgesp;lt hatte, stellte er es
vorsichtig auf den Trockenst;nder und verlie; ihr Haus. Dabei
vergewisserte er sich, dass er die T;r sicher hinter sich
geschlossen hatte.
      Er war ein sehr ordentlicher Mann, aber kein Pedant.
;bersetzung: Diana Sturm


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