Die rote Strassenbahn und der Nebel

52 Grauschattierungen haetten die rote Strassenbahn beinahe verschluckt –
der Nebel kroch hervor, wie aus einem Film von Stephen King,
ein Uebermass an Grau – das ganze Spiel von Licht und Schatten wurde so eingefangen …
Die Bruecke wirkt, als sei sie mit feinen Nadeln
oder einer Haekelnadel gearbeitet … Wer hat wohl den Entwurf gezeichnet?
Wollte Jemand Farbe borgen – tonnenweise – und versprach bunte Farben …
„Na gut, bringt mal einen Eimer, wir werden uns schon einig –
so viel Zement habe ich noch nie gesehen…“
„Die kleine rote Strassenbahn ist echt ein Lichtblick… 55 Schattierungen…“
„Das wusste ich gar nicht…“
„Das rote Baehnchen – ach, was fuer eine Freude … 55 Schattierungen …“
„Das wusste ich gar nicht …“
Wir haben hier geplaudert, ein wenig gefachsimpelt:
Wie die graue Farbe – gleich einem Nebel –
den Fluss und die Bruecke mit ihren schmelzenden Nuancen eroberte;
doch den roten Strassenbahnwagen zu verschlingen, das wagte sie nicht.
Eine vollkommene Bruecke, bezaubernde Laternen,
eine Feinheit und Verspieltheit in den Formen und Abstufungen …
Da sehe ich das rote Baehnchen wieder – es war nie verschwunden.
Der neblige Himmel, spielerisch im Licht –
er hat die graue Ferne wahrlich in einen wilden Schleier gehuellt,
ganz wie in den Filmen von Stephen [King] zur fruehen Abendstunde.

Petersburg


Uebersetzt aus dem russischen: Красный трамвай и туман
http://proza.ru/2020/02/23/139


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