Du bist ungezaehmt, wie ein junges Fohlen

Du bist ungezaehmt, wie ein junges Fohlen,
ins Zaumzeug wolltest du niemals gehn;
doch eine Schlinge – vom Schicksal befohlen –
hing an dir, wie eine Zecke, von Anbeginn.
Von einer Seite kroch sie heran,
um zuzubeissen, mit weissem Gift zu traenken,
von andrer Hoehe stuerzte sie sich an,
um dich zu demuetigen, mit alter Last zu versenken.
Sie trat auf dein Siegel, mit schwerem Schritt,
zertruemmerte deinen jungen Schaedel,
presste den Atem – Ein- und Aus – in sich mit,
und blitzte auf im lebendigen Blut!
Viele Blitze spruehten aus dir hervor,
Engelsfluegel nahmen dich auf.
In wortreichen Versen loeste sich alles –
ohne Jessenin – zu Staub und Wasser auf.
Wort um Wort flog dahin,
verkruemmte sich in sich selbst,
hallte durch die Buchstaben, Jahre hindurch,
versucht vom ganzen Leben, das einst war.
So sehr wollte ich deinen Koerper zusammensetzen,
ihn mit einer neuen Seele erhellen,
mein Credo hingeben – wie ich es mir wuenschte –,
und alle Feinde mit jener Schlinge peitschen.


Uebersetzt aus dem russischen: Необуздан ты, как лошадёнок
http://proza.ru/2016/02/04/234


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